Archiv der Kategorie: Ballbotschaften

Andrea Möller

 

„Als Biologin und Biologiedidaktikerin freue ich mich ganz besonders über das Motto des Balls. Denn heuer kommen jene zu Wort, die sonst keine Lobby haben: Insekten! Ihr Image als lästige Nervensägen ist längst überholt: 80% unserer weltweit wichtigsten Kulturpflanzen sind auf ihre Bestäubung angewiesen, darunter nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Genussmittel des heutigen Ballabends wie Wein und Kaffee. Unter anderem über 20.000 Arten von Bienen schwirren täglich für uns durch die Luft, darunter die Honigbiene, die damit weltweit sogar unser drittwichtigstes Nutztier nach Rind und Schwein ist. Das globale Insektensterben gefährdet deshalb nicht nur die Biodiversität, sondern auch unsere Ernährung und Lebensweise massiv. Wir Menschen müssen uns mit einem Rückgang von über 75% der Insektenpopulation – wohlgemerkt in Naturschutzgebieten – auseinandersetzen, besagt eine international beachtete Studie aus dem Jahr 2017. Kein Wunder, dass es diese Studie bis in den Global Risks Report 2018 des World Economic Forums geschafft hat. Be(e) educated: Lernen Sie an unserem Bee.Ed-Infostand unser Umweltbildungsprojekt kennen und erfahren Sie, wie Sie Bienen und Wildbienen unterstützen können! Lassen Sie sich von der faszinierenden Tanzsprache der Bienen, die dem Wiener Biologen Karl von Frisch zu einem Nobelpreis verhalf, beim 6. Wissenschaftsball zu ihrem eigenen Tanzstil inspirieren!“

Andrea Möller leitet das Österreichische Kompetenzzentrums für Didaktik der Biologie (AECC Biology) und ist Universitätsprofessorin am Department für Evolutionsbiologie der Universität Wien. Am AECC bildet sie die Mehrheit der Österreichischen Biologielehrer*innen aus und erforscht die Entwicklung von Umweltkompetenzen von Kindern- und Jugendlichen. Die Expertin für Bienendidaktik, die u. a. auch an der Yale University geforscht hat, ist Umwelt- und Lehrpreisträgerin für das länderübergreifende Umweltbildungsprojekt „Bee.Ed“.

Foto: (c) Joseph Krpelan, www.derknopfdruecker.com

Anne Wieben

„Wien, Wien, nur du allein sollst stets die Stadt meiner Träume sein“ – dieser berühmten Textzeile kann ich nur zustimmen! Vor 15 Jahren
hat die Musik mich aus meiner Heimat, Minnesota in den USA, nach Wien
gebracht. Es war Liebe auf den ersten Blick! Seitdem bin eine stolze Alumna der Musik und Kunstuniversität Wien (MUK) und singe auf verschiedenen Opern- und Konzertbühne der Welt. Aber egal wo meine Karriere mich hinzieht, bleibt Wien meine Stadt. Hier haben Mozart, Beethoven, Schubert, Haydn und viele andere ihre Inspiration gefunden. Wien ist eine Stadt, in der seit Jahrhunderten das kreatives Denken gefordert, geschätzt, und gefeiert wird – heute genauso wie damals. Der Ball der Wissenschaften ist ein wahres Zeichen dafür. Seit sechs Jahren bringt Wiens jüngster Ball die kreativsten Menschen aus der ganzen Welt zusammen, um Ideen auszutauschen – und natürlich um zu feiern! Es ist mir eine Ehre, dieses Jahr nicht nur als Ballbotschafterin dabei zu sein,
aber auch die Mitternachtseinlage zu singen. Es erwarten Sie ein
spannendes Programm, voller wunderschöner Musik, Leidenschaft und
einem guten Schuss Spaß. Ob Physiker oder Geigerin, Biologin oder Chemiker, Student, Sängerin oder Astronom, ziehen Sie Ihre Tanzschuhe an – wir treffen uns alle am 25.Januar 2020 im Wiener Rathaus. See you there!

Anne Wieben ist Sopranistin und Alumna der Musik und Kunstuniversität Wien (MUK). Zuletzt zu hören und zu sehen war sie als Rosalinde in „Die Fledermaus“ im Rahmen des Bezirksfestivals „Wir sind Wien“. Sie tourt regelmäßig  mit dem Ensemble Nesterval und ist die Gründerin und Kreativdirektorin des Opera on the Lake Festivals in Minnesota. Am Wissenschaftsball wird sie während der Mitternachtseinlage inklusive musikalischer Überraschung zu hören sein.

Foto: (c) Gregor Hofbauer

Jörg Menche

„Der Wiener Ball der Wissenschaften ist das Fest des Jahres, das zusammenbringt, was zusammengehört, aber leider viel zu selten zusammenfindet. WissenschaftlerInnen aller Disziplinen feiern gemeinsam eine bunte, vielfältige Nacht ‘mit Haltung’. Modernste Forschung trifft auf klassische Balltradition, und der sonst eher nüchterne akademische Blick darf sich an der fantastischen Kulisse des Festsaals im Wiener Rathaus berauschen. Wo normalerweise hauptsächlich Köpfchen gefragt ist, wird das Tanzbein geschwungen und Eleganz hat Vorrang vor Funktion, auch in der Garderobe. Der Wiener Wissenschaftsball bringt die Gemeinschaft der Neugierigen zusammen und zwar dort, wo sie hingehört: Im Herzen Wiens und der Gesellschaft.“

Jörg Menche ist seit 2015 Principal Investigator am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien. Seine Arbeitsgruppe befasst sich mit molekularen Netzwerken und wie deren Störungen Krankheiten verursachen. Auf dem diesjährigen Ball können BesucherInnen in einer Virtual Reality Installation seines Teams mitten in diese Netzwerke eintauchen. 

Foto: (c) Wolfgang Däuble

Andrea Zsutty

„Ein wichtiges Anliegen des ZOOM Kindermuseums ist es, Kindern einen sinnlichen Zugang zu Kunst und Wissenschaft zu eröffnen. Fühlen, Riechen, Schmecken, Sehen und Hören machen komplexe Themen begreifbar. Kinder bringen eine natürliche Neugier mit, die der Antrieb jedes Lernens ist und die Grundlage für wissenschaftliche Forschung bietet. So wird bereits im Kindergarten- und Volksschulalter erfahrbar, dass alle Lebensräume und Lebewesen unserer Erde miteinander verbunden sind. Biodiversität – der diesjährige Schwerpunkt des Wissenschaftsballs – zeigt, dass die Menschheit Teil des komplexen Systems Erde ist. Feiern wir mit diesem Ball die Vielfalt des Lebens, getragen von den Säulen der Offenheit, der Toleranz und des Respekts!“

Andrea Zsutty ist die neue Direktorin des ZOOM Kindermuseum. Seit 1996 widmet sich die studierte Kunsthistorikerin der Kunstvermittlung, zuletzt am Bank Austria Kunstforum. Das ZOOM Kindermuseum im Wiener Museumsquartier wurde 1993 gegründet und hat rund 120.000 Besucher pro Jahr.

Foto: (c) ZOOM Kindermuseum

Martina Lindorfer

„Wien ist im besten Sinne anders und ich kann mir keine andere Stadt vorstellen, die so gekonnt zwei Dinge miteinander verbindet, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben: Eine altehrwürdige Ball-Tradition und zukunftsorientierte Forschung.  Aber nachdem Stillstehen (vor allem bei einem Ball) der größte Feind eines gelungene Abends ist, hält es der Wissenschaftsball nach dem Motto von Grace Hopper, die „Das haben wir schon immer so gemacht“ für den gefährlichsten Satz einer Sprache hielt. In diesem Sinne freue ich mich auf die gelungene Kombination eines klassischen Balles mit Impulsen aus der Wissenschaft.“

Martina Lindorfer ist Assistenzprofessorin an der Technischen Universität Wien und beschäftigt sich in der Security & Privacy Group mit Methoden zur automatisierten Erkennung und Abwehr von Schadprogrammen auf mobilen Geräten. Sie ist außerdem Wissenschaftlerin am SBA Research, dem größten österreichischen Forschungszentrum das sich ausschließlich auf Informationssicherheit spezialisiert. Für ihre Forschung bekam sie den Hedy-Lamarr-Preis 2019 der Stadt Wien verliehen, der österreichische Forscherinnen für innovative Leistungen in der IT ehrt. 2017 promovierte sie „Sub Auspiciis Praesidentis“ an der TU Wien, zwischen 2016 und 2018 war sie als Postdoc an der University of California, Santa Barbara tätig.

Grace Hopper war eine US-amerikanische Computerwissenschaftlerin und Admiralin der US-Navy. Sie gilt als eine der Pionierinnen der Programmiersprache COBOL.

Foto: (c) privat

Alice Vadrot

„Ein Ball ermöglicht gesellschaftlichen Austausch auf einer Ebene, die getragen ist von
Leichtigkeit und einem Sinn für Schönheit und Eleganz. Somit hatten Bälle immer auch eine besondere Funktion in der internationalen Diplomatie. Derzeit beforsche ich mit meinem Team die zwischenstaatliche Aushandlung eines neuen Abkommens zum Erhalt der marinen Biodiversität in der Hochsee. Gerade in schwierigen Verhandlungsmomenten, in denen das eigentliche Ziel – nämlich der Schutz der Meere – in den Hintergrund zu rücken scheint und Staaten keine Bereitschaft zeigen einen Millimeter zugunsten der Natur von ihren Interessen abzuweichen, sehne ich mich nach einem Raum der Begegnung und des Dialogs. Der Wiener Ball der Wissenschaft ist ein solcher Raum. Er mischt Tradition und Innovation und verkörpert die Schönheit und Eleganz, die dem wissenschaftlichen Denken ebenso innewohnt wie dem Meer, das es zu schützen gilt.“

Alice Vadrot ist Assistenzprofessorin am Institut für Politikwissenschaften der Universität Wien und leitet das vom Europäischen Forschungsrat finanzierte Forschungsprojekt MARIPOLDATA. Darin beschäftigt sie sich mit politischen Prozessen, in denen marine Biodiversität verhandelt werden. Sie ist außerdem Visiting Research Fellow am Centre for Science and Policy der University of Cambridge und gemeinsam mit Franz Essl Mitglied im österreichischen Biodiversitätsrat.

Foto: © Centre for Science and Policy (CSaP), University of Cambridge

Adrijana Novaković

„Seit 2015 setzt der Ball der Wissenschaften ein wichtiges Zeichen und bildet das Gegenstück zum rechtsextremen Akademikerball. Gerade in einer Zeit, in der rechtsextremes Gedankengut in unser aller Alltag angekommen ist, Hass und Hetze zur Normalität geworden sind und Ideologien der Ungleichheit versuchen, sich auch in der Wissenschaft durchzusetzen, müssen wir dem entgegentreten. Rechtsextreme, Burschenschafter und andere Nationalisten dürfen nie wieder die
Wissenschaft dominieren. Kritische und nachhaltige Wissenschaft ist nur möglich, wenn frei und offen geforscht, gelehrt und studiert wird. Setzen wir gemeinsam ein Zeichen gegen Rechtsextremismus im Wiener Rathaus, im akademischen und öffentlichen Raum. Setzen wir gemeinsam ein Zeichen für Offenheit und Akzeptanz.“

Adrijana Novaković ist Vorsitzende der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH). Sie studiert Geschichte und Kunstgeschichte auf der Universität Wien und war bei der letzten ÖH-Wahl eine von zwei Spitzenkandidatinnen der Grünen und Alternativen Student_innen (GRAS). In den Jahren zuvor war sie bereits Mandatarin, sowie Sachbearbeiterin im Referat für Ausländische Studierende & Antirassismus auf der ÖH Uni Wien.

Foto: Österreichische Hochschüler_innenschaft.

Franz Essl

„Abwechslungsreich, vielfältig, anregend. So soll ein gelingendes Leben sein. Und ein gelungener Ballabend. Der diesjährige Wissenschaftsball hat diesbezüglich ausgezeichnet vorgesorgt – wird doch die Vielfältigkeit der Welt in den Ballsaal geholt. Linkswalzer mit Blumenwiese und Foxtrott mit Insektengesumm. Wenn das keine traumhafte Ballnacht wird? Und ein Grund mehr, auf diese Diversität zu achten.“

Franz Essl ist Assistenzprofessor am Department für Botanik und Biodiversitätsforschung der Universität Wien. Er beschäftigt sich in seiner Forschung vorrangig mit Biodiversitätsschutz und Neobiota, also gebietsfremden Arten. Außerdem gehört er dem Leitungsteam des österreichischen Biodiversitätsrats (IPBES) an und engagiert sich als „Scientist for Future“ in der Klimabewegung.

Foto: (c) Skonatitsch

Alena Buyx

„Erfolgreiche Wissenschaft ist geprägt von Neugier, Begegnung, Austausch und Zusammenarbeit. Gerade in einer globalisierten akademischen Welt, in der Forschungsprojekte oft über Ländergrenzen und Kontinente verteilt sind, ist es wichtig, dass wissenschaftliche Kollaborationen auch von guten persönlichen Beziehungen getragen werden. Und wo sollten solche Beziehungen besser gepflegt werden können als auf einem Wiener Ball? Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als auf dem glanzvollen Wiener Ball der Wissenschaften Kollegen und Freunde zu treffen, mit denen ich ansonsten nur bei Telefonkonferenzen über unsere alltägliche Forschungspraxis spreche, und beim Tanzen den herrlichen Schub Energie und Kreativität zu kriegen, der dann wiederum die Forschungsideen weiter sprudeln lässt. Und wenn es vorbei ist, freut man sich schon auf das nächste Jahr!“

Aleny Buyx ist Professorin für Medizinethik und Direktorin des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin an der Technischen Universität München. Sie ist das jüngste jemals ernannte Mitglied des Deutschen Ethikrats und Mitglied des globalen Expertenrats für Genom-Editierung bei der Weltgesundheitsorganisation. Ihre Tätigkeit am Ludwig-Boltzmann-Institut für Applied Diagnostics und als Programmbeirätin der Gesundheitsgespräche des Europäischen Forum Alpbach, bringt sie auch regelmäßig nach Österreich.

Foto: (c) Klaus Ranger

Philipp Ther

„Musik regt das Denken und die Phantasie an, Tanzen beschwingt die Seele. Wien ist in Europa, vielleicht sogar weltweit die Hauptstadt mit den meisten Bällen. Das ist eine schöne Spitzenposition. Nun gilt es den Ball der Wissenschaft hochzuhalten, auf dass Wien auch da den einen oder anderen Spitzenplatz halten und zusätzlich erreichen kann. Ich wünsche allen Tänzerinnen und Tänzern eine traumhafte Ballnacht!“

Philipp Ther ist Professor für Geschichte Ostmitteleuropas an der Universität Wien. Für sein Projekt „Die Große Transformation. Eine vergleichende Sozialgeschichte globaler Umbrüche“, in dem er die Umwälzungen nach dem Ende des Staatssozialismus untersucht, erhielt er 2019 einen der zwei Wittgenstein-Preise 2019der höchsten wissenschaftlichen Auszeichnung Östereichs.

Foto: (c) derknopfdruecker.com