Archiv der Kategorie: Ballbotschaften

Johanna Pirker: Anpfiff fürs Zusammenspiel

 

„Wir sehen gerade jetzt, wie wichtig die unterschiedlichen Disziplinen für die Bewältigung einer Krise sind. Aber es wird auch klar deutlich, wie wichtig ein Schulterschluss zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und auch der Politik ist und dass wir die Wissenschaft dringend der Gesellschaft näher bringen und aufklären müssen, um Ängste und Skepsis zu verringern. Die Wissenschaft – in allen Bereichen – muss zugänglicher, sichtbarer und offener werden, die Gesellschaft aufgeklärter.“

Johanna Pirker ist Assistenzprofessorin, Softwareingeneurin und forscht am Institute of Interactive Systems and Data Science an der Technischen Universität in Graz, wo sie die Forschungsgruppe Game Lab Graz leitet. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Computerspiele, Data Science und immersive Umgebungen (VR). Für ihre Forschung hat sie zahlreiche Preise erhalten, zuletzt 2021 den Hedy-Lamarr-Preis der Stadt Wien

Antonia Weberling: Stoppt die Budget-Kürzungen

Foto: https://www.snappysnaps.co.uk/cambridge/

„Jahrzehnte freier Forschung haben es der Wissenschaft ermöglicht in Rekordzeit nicht nur einen sondern gleich mehrere Impfstoffe gegen Covid-19 zu entwickeln. Um den Klimawandel zu stoppen und das 1,5 Grad Ziel möglich zu machen, arbeiten Geistes- und Naturwissenschaftler und -wissenschaftlerinnen Hand in Hand, weil wir dazu nicht nur alternative, erneuerbare Energiequellen erschließen, sondern auch einen grundlegenden Wandel in unserer Gesellschaft erreichen müssen. Anstatt aus der Pandemie und der immer deutlicher werdenden Klimakrise den Schluss zu ziehen, freie Forschung stärker zu fördern, um bei der nächsten Krise ebenfalls auf bereits erforschte Grundlagen bauen zu können, wurden Fördermittel massiv gestrichen.  Antonia Weberling: Stoppt die Budget-Kürzungen weiterlesen

Nicole Amberg: Gleichberechtigung als Triebfeder

Foto: Peter Rigaud

„Eine besondere Eigenart der Wissenschaft ist es, Fragen zu stellen, die zu einem besseren Verständnis der Welt führen. Das Wissenschaftssystem muss jedoch sofort auf seine Zugänglichkeit für verschiedene Individuen hin hinterfragt werden, weil Gesellschaften und akademische Einrichtungen immer noch keinen homogenen Zugang zu Bildung, Möglichkeiten und Chancen haben. So fehlt es der Wissenschaft an Vielfalt in Bezug auf Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit und schließlich und vor allem an erfahrungsbasierten Haltungen. Nicole Amberg: Gleichberechtigung als Triebfeder weiterlesen

Elke Ziegler: Gründe zu feiern

Foto: Ursula Hummel-Berger, ORF

Wissenschaft ist die Basis einer zukunftsfähigen modernen Gesellschaft. Sie entwickelt Instrumente, um Herausforderungen in ihrer Dimension zu verstehen. Sie schlägt Lösungen vor, beleuchtet ihre Potenziale und bereitet damit den Boden für überlegtes politisches Handeln – von der Pandemie über die Klimaerhitzung bis hin zum Artensterben. Vertrauen in Wissenschaft bedeutet, den Weg zum Wissen zu verstehen und Ergebnisse anzuerkennen. Diese Basis sollte in der politischen Debatte außer Streit gestellt werden – dann hätten Wissenschaft und Gesellschaft weit über die Pandemie hinaus Grund zu feiern.

Elke Ziegler ist Ö1-Wissenschaftsredakteurin und wurde für ihre Berichterstattung  über die Pandemie in Journalen, Magazinsendungen und Podcasts mit dem Robert-Hochner Preis 2021 ausgezeichnet. Die Jury befand, dass Ziegler „die mitunter widersprüchliche Fülle von Informationen sachgerecht, verständlich, ausgewogen, besonnen und immer topaktuell in unermüdlicher Tätigkeit für die Radiohörer aufbereitet“ habe.

 

Ruth Wodak: Krise? Kommunikation!

„Zunächst scheint es für Diskursforscher*innen und Linguist*innen nicht unmittelbar klar zu sein, was diese Wissenschaften zu den großen Herausforderungen unserer Zeit beitragen könnten. Als Sozialwissenschaftler*innen haben wir natürlich einen anderen Zugang, als Naturwissenschaftler*innen, die sich bis vor Kurzem in einem ‚race to the top‘ befanden – nämlich entweder das erste gute Medikament oder die erste wirksame Impfung gegen COVID-19 zu erfinden. Das können wir nicht leisten. Ruth Wodak: Krise? Kommunikation! weiterlesen

Marc Elsberg: Superpräsente Klimakrise

„Corona ist einfacher: so dramatisch die Situation derzeit ist, es wird vorbeigehen. Als Autor haben mich Seuchengeschichten nie interessiert, davon gibt es seit Jahrzehnten massenhaft. Dort, wo ich kann, ob privat oder öffentlich, bitte ich die Menschen, sich möglichst rücksichtsvoll anderen gegenüber zu verhalten. Dazu gehören in dieser Phase etwa das Tragen eines Mund-Nasenschutzes, Händewaschen und Kontaktreduktion. Marc Elsberg: Superpräsente Klimakrise weiterlesen