Archiv der Kategorie: Ballbotschaften

Ingeborg Zerbes: Vermittlung ohne Anweisung „von oben“

Foto: Universität Wien/Barbara Mair

Wissenschaft – nicht nur meine eigene, sondern auch und vielleicht sogar vor allem die Naturwissenschaften – bedeuten für mich die Möglichkeit, in einer immer weniger übersichtlichen, immer weiter differenzierten und zunehmend konfliktbeherrschten Welt zu einer rational begründeten Bewertung zu gelangen: rational im Sinn wissens- statt gerüchtebasiert, rational im Sinne von ausgewogen, rational im Sinne der Einbeziehung anderer Zugänge, rational im Sinn von (möglichst) objektiv statt an individuellen Einzelinteressen orientiert. Ingeborg Zerbes: Vermittlung ohne Anweisung „von oben“ weiterlesen

Sylvia Kerschbaum-Gruber: Voller Schönheit und Faszination

Ich bin Wissenschaftlerin aus Überzeugung und aus Leidenschaft. Die Wissenschaft ist es, die uns als Spezies kontinuierlich voranbringt, hin zu einer besseren, einer gesünderen Zukunft – und zeitgleich ist Wissenschaft voller Schönheit und Faszination. Ein Aspekt der, wie ich finde, viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Sylvia Kerschbaum-Gruber: Voller Schönheit und Faszination weiterlesen

Sabine Seidler: Wiens spannende Projekte

„Alles Walzer“ – Die Wiener Ballsaison hat schon etwas Einzigartiges. Zugegebenermaßen war ich bei meinem ersten Ball in Wien, dem TU Ball 1997 in der Hofburg, irritiert: Ich fühlte mich zurückversetzt in das Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Man muss zuerst verstehen, dass in Wien so Fasching gefeiert wird, um die Bälle richtig zu genießen. Sabine Seidler: Wiens spannende Projekte weiterlesen

Karl Regensburger: Tanzen am Ende der Welt

© Nikolaus Similache

Die US-amerikanische Anthropologin Anna Tsing landete mit ihrem 2015 erschienenen Buch „Der Pilz am Ende der Welt“ etwas wie einen Welterfolg – und ich hoffe, das geneigte Wissenschaftsballpublikum stimmt mir hier zu – einen wissenschaftlichen Welterfolg. „Über das Leben in den Ruinen des Kapitalismus“ lautet der Untertitel der deutschsprachigen Übersetzung und ja, dieses Leben und Überleben ist ohne Wissenschaft – mithin ohne vielfältig und breit vernetzte, hervorragend dotierte, respektierte und beharrliche Forschung, ohne ihre Umsetzung und ihre Kommunikation – schlicht nicht vorstellbar. Das ist so gewiss wie, sagen wir, die gelungene Landung nach einem Grand Jeté. Karl Regensburger: Tanzen am Ende der Welt weiterlesen

Sarah Rossmann: Ein Ort des freien Denkens

Der Ball der Wissenschaften ist mehr als ein Fest – er ist ein starkes Zeichen für die Freiheit der Wissenschaft und für die Vielfalt und Offenheit, die sie ausmacht. Gerade an einem Ballabend, an dem wir die Wissenschaft gemeinsam feiern, ist es wichtiger denn je, ein klares Zeichen gegen jene Kräfte zu setzen, die Wissenschaft und Bildung bedrohen. Sarah Rossmann: Ein Ort des freien Denkens weiterlesen

Christian Reiter: Populärwissenschaft gegen Populismus

Foto: Christopher Mavrič

Seit der Mensch existiert, sucht er nach dem, was wir „Wahrheit“ nennen. Er versucht die Wirklichkeit zu verstehen, er versucht sie zu finden, er sucht verschiedene Perspektiven auf die Welt, wie sie ist. Diese Erkenntnisse, nach strengen formalen und vor allem für alle nachvollziehbaren Regeln gewonnen, sollen dann im täglichen Leben dem Menschen nützen.

Nicht nur in der Medizin, der ich mein Leben gewidmet habe, sondern auch vor allem auch wenn es um die Rechtsprechung geht, erwarten sich die Bürger eine vorurteilsfreie Suche nach Wahrheit und Erkenntnis. Christian Reiter: Populärwissenschaft gegen Populismus weiterlesen

Sophie Juliane Veigl: Wir Wissenschaftler:innen haben eine Bringschuld

Als Kind war mein Ziel Wissenschaftlerin zu werden pragmatischer Natur. Als deklarierter Mittelalter und Prinzessinnen-Fan kamen mir auch bald die Schattenseiten des Mittelalters unter: Infektionskrankheiten wie etwa die Pest. Ich ließ mich nicht beruhigen, dass solche Szenarien in der Vergangenheit liegen und wollte – á la „know your enemy „– an vorderster Front bei der Erforschung derartiger Krankheiten stehen. Sophie Juliane Veigl: Wir Wissenschaftler:innen haben eine Bringschuld weiterlesen

Elly Tanaka: Die Verbindung von Musik und Wissenschaft

© Anna Stöcher

Sowohl durch Musik als auch durch Wissenschaft verstehen wir unsere Welt auf einer tieferen Ebene. Während die Wissenschaft uns die Werkzeuge gibt, um das physische Universum zu erklären, spricht die Musik die emotionalen und intuitiven Aspekte unseres Menschseins an. Musik und Wissenschaft sind auch auf einer emotionalen Ebene verbunden: Das ästhetische Vergnügen, wenn man großartige Musik hört, wie sie in Wien allgegenwärtig ist, findet sein Gegenstück in der Freude an einer neuen wissenschaftlichen Entdeckung. Zusammen schaffen Musik und Wissenschaft ein reicheres, tieferes Verständnis des Lebens – die Wissenschaft zeigt uns das „Wie,“ die Musik hilft uns, das „Warum“ zu begreifen. Elly Tanaka: Die Verbindung von Musik und Wissenschaft weiterlesen