Georgia Avarikioti: Kommunikation als ethische Verpflichtung

© Georgia Avarikioti

In unserer zunehmend digitalen Gesellschaft hängt vieles von Systemen ab, die wir nicht sehen, auf die wir uns aber ständig verlassen. Diese Infrastrukturen prägen unsere täglichen Entscheidungen: Welchen Dienste wir vertrauen, wie wir Waren austauschen, wie sicher unsere Daten behandelt werden und wie und welche Informationen uns erreichen. Wenn solche Systeme zuverlässig und transparent sind, stärken sie die Bürger:innen, die Demokratie und unser Vertrauen in unsere Institutionen. Wenn sie versagen, haben die Folgen weitreichende Auswirkungen, die weit über die Technologie hinausgehen.

Deshalb stehen die Integrität, Transparenz und Zugänglichkeit unserer digitalen Infrastruktur im Mittelpunkt meiner Arbeit im Bereich Blockchain und Cybersicherheit. Doch Innovation allein reicht nicht aus. Ob es um die Integrität kritischer Daten, die Transparenz von Entscheidungsprozessen oder die Sicherheit globaler digitaler Systeme geht – die zentrale Frage bleibt: Kann die Gesellschaft den Technologien vertrauen, auf die sie angewiesen ist? Um diese Herausforderung zu meistern, sind nicht nur wissenschaftliche Fortschritte erforderlich, sondern auch die Bereitschaft, Wissen offen und verantwortungsbewusst zu teilen.

Die Vermittlung von Wissenschaft ist daher kein Nebenprodukt der Forschung, sondern eine ethische Verantwortung. Wenn wir Forschung zugänglich machen, senken wir die Barrieren für die Teilnahme. Bürger:innen, politische Entscheidungsträger und Institutionen können fundierte Entscheidungen über die digitalen Werkzeuge treffen, die unser Leben prägen. Dies ist besonders in Bereichen wie der Cybersicherheit wichtig, wo mangelndes Wissen reale gesellschaftliche Folgen haben kann.

Wissenschaft in ihrem Kern mehr als nur ein Beruf: Sie ist eine gemeinsame Verpflichtung, eine Welt zu schaffen, die verständlicher, sicherer und letztlich menschlicher ist.

Die Informatikerin Georgia Avarikioti beschäftigt sich mit verteilten Systemen, Skalierbarkeit und Interoperabilität von Blockchain-Protokollen sowie der Analyse kryptoökonomischer Anreize. Zeta – wie sie genannt wird – erwarb einen Doktortitel an der ETH Zürich, absolvierte Postdoktorandenstipendien an der ISTA/Columbia University, ist seit Juni 2025 Assistenzprofessorin an der TU Wien und Preisträgerin des Hedy Lamarr Preises 2025. Diese Auszeichnung, benannt nach der österreichischen Hollywood-Schauspielerin und Erfinderin, wird jährlich von der Stadt Wien verliehen und würdigt die herausragenden Leistungen von Frauen in der Informatik.