Eva-Maria Holzleitner: Demokratie und Wissenschaft

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Wenn Demokratien ins Wanken geraten, sind Hochschulen und Forschende oft die ersten Ziele. Denn wer Konformität verlangt, fürchtet jene, die kritische Fragen stellen. Umgekehrt bedeutet dies: Starke, resiliente Demokratien brauchen Wissenschaft. Und auch: Wissenschaft braucht ein demokratisches Umfeld, um zu gedeihen. Denn Demokratie und Wissenschaft beruhen auf denselben Grundwerten: Evidenz, Offenheit, Widerspruch, Lernfähigkeit.

Wir beobachten heute weltweit bedenkliche Entwicklungen: Demokratien geraten unter Druck und Autoritarismus gewinnt an Zuspruch, Wissenschaftsfeindlichkeit steigt und Wissenschaftsfreiheit wird eingeschränkt.

Darin steckt ein Auftrag an uns alle. Wissenschaft ist nicht nur eine tragende Säule der Demokratie; sie kann – und muss – auch aktiv dazu beitragen, Demokratien widerstandsfähiger zu machen.

Wir brauchen Hochschulen die ihren Studierenden nicht nur vermitteln, was gilt, sondern auch, warum es gilt – und wie man es hinterfragt. Wir brauchen exzellente Forschung, die ihre Erkenntnisse aktiv in Verwaltung und Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft einbringt und damit zur Lösung der großen Herausforderungen unserer Zeit beiträgt. Wir brauchen Bildungsinstitutionen, die Menschen Chancen eröffnen und für Bildungsgerechtigkeit sorgen. Und wir brauchen Wissenschaft, die Wissen für die breite Bevölkerung zugänglich und verständlich macht.

Dieses Bild von Wissenschaft vermittelt der Wissenschaftsball seit seiner Gründung. Mittlerweile ein Fixpunkt der Wiener Ballszene, ist der Wiener Ball der Wissenschaften ein Ort der Begegnung und Freude, der Neugier am Entdecken, der Offenheit und Inklusion. Ich freue mich auf eine rauschende Ballnacht!