
Geige, Klavier und Gesang vereint Sofie Royer bei ihrem Auftritt am Wissenschaftsball um 01.00 Uhr in der Diskothek. Wie die Multiinstrumentalistin Grenzen in der Musik sprengt und ihren Wurzeln dabei trotzdem treu bleibt.
Eine Wanderin zwischen den Welten: Sofie Royer wurde in Kalifornien als Tochter eines Informatik-Paars geboren. 2012 zog sie nach Wien und kehrte später – der Musik wegen – in die USA zurück. Mittlerweile ist die Multiinstrumentalistin und Produzentin mit österreichisch-iranischen Wurzeln wieder in Wien zuhause.
Ihr Talent zeichnete sich schon früh ab. Wien als Stadt der Mu-sik kam da nur gelegen, um in die Welt der Klassik einzutauchen: An der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (kurz MUK) ließ sie sich in Komposition und Konzertvioline ausbilden. Es folgten Engagements bei der Jungen Philharmonie Wien und der Wiener Akademischen Philharmonie. Und dann der Rollenwechsel: 2020 brachte Royer ihr Debütalbum „Cult Survivor“ heraus, zwei Jahre später folgte „Harlequin“. 2024 legte sie nach: „Young Girl Forever“, ihr drittes Album, erschien 2024 beim renommierten US-Label Stones Throw Records. Hier changiert sie zwischen sanften, melancholischen Klängen und Elektropop. Und zeigt: Pop kann auch große Fragen stellen und bleibt dabei trotzdem schillernd und tanzbar.
Außerdem malt sie und ist DJ. Wieso sich also entscheiden, wenn es so viel zu tun gibt? Und weil sich Sofie Royer keine Grenzen setzt, ist an dieser Stelle auch noch die Wissenschaft zu erwähnen: Sie absolvierte ein Lehramtsstudium der Psychologie und Philosophie. Hier fand Sofie Royer auch die Inspiration für ihr drittes Album „Young Girl Forever“. Darin bezieht sie sich auf das Buch „Preliminary Materials For a Theory of the Young Girl“ des Anarchistenkollektivs Tiqqun – eine Lektüre aus Studienzeiten, wie sie einmal im Interview mit der „Presse“ verriet. Sofie Royer will sich nicht festlegen und so bleiben ihre Songs immer ein Stück ambivalent.