Begegnungen in der Milchstraße

Foto: NASA

Filmpremiere beim Wissenschaftsball: „Encounters in the Milky Way” vom American Museum of Natural History (AMNH) ist eine spektakuläre Reise durch unsere Galaxie. Mit Hollywood-Star Pedro Pascal als Erzähler.

Mit 5,4 Millionen Besuchern ist das American Museum of Natural History das beliebteste Naturkundemuseum der USA und zählt zu den 20 meistbesuchten weltweit. Und selbst wer noch nie in New York war, um das imposante Gebäude in bester Lage direkt am Central Park zu besuchen, kennt es vielleicht aus der Komödie „Nachts im Museum“, in der das Skelett eines Tyrannosaurus rex den Protagonisten Ben Stiller anbettelt, einen Stock zu werfen, während ihm Robin Williams als Theodore Roosevelt hoch zu Roß zu Hilfe eilt.

Das AMNH ist jedoch viel mehr als eine Wunderkammer, es ist eine Forschungseinrichtung mit einem starken Fokus auf populärwissenschaftlicher Kommunikation. Das jüngste Beispiel dafür ist „Encounters in the Milky Way“ – in New York als Projektion im Hayden Observatory und beim Wissenschaftsball 2026 erstmals in Europa zu sehen. Mit spektakulären Bildern der Raumsonde Gaia und des James-Webb-Weltraumteleskops, Simulationen auf dem Niveau einer Hollywood-Produktion und Pedro Pascal als Erzähler erläutert „Encounters in the Milky Way“ die Geschichte der Reise unseres Sonnensystems durch unsere Galaxie.

Foto: privat

Einer der wissenschaftlichen Berater ist Santiago Torres, derzeit Marie-Skłodowska-Curie-Stipendiat und IST-BRIDGE-Stipendiat am Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg bei Wien. Torres (links im Bild) erklärt seine Erkenntnisse und deren Visualisierung auf der Leinwand: „Eine meiner Entdeckungen, die im ersten Teil des Films vorgestellt wird, ist die Idee, dass der interstellare Raum nicht leer ist, sondern mit einer diffusen Wolke aus Kometen gefüllt ist – Überresten der Planetenentstehung aus vielen Systemen. Diese interstellaren Kometen sind Boten, die zwischen den Sternen reisen und möglicherweise die Bausteine des Lebens liefern, ähnlich wie es Kometen für die frühe Erde getan haben könnten.“

Torres befindet sich in ausgezeichneter wissenschaftlicher Gesellschaft: Das Projekt wurde mit maßgeblicher Unterstützung der NASA und Daten des ESA-Raumfahrzeugs Gaia realisiert. Anlässlich der Premiere in New York wurde außerdem vorbildliche multimediale Lehrmittel für den Einsatz in US-amerikanischen Schulen veröffentlicht. In Österreich kommt der Film im VISTA Science Experience Center auf dem Campus des ISTA in Klosterneuburg zum Einsatz.

Der mexikanische Astrophysiker ist für die Teilnahme an diesem interdisziplinären Projekt besonders prädestiniert. Er hat eine ausgeprägte Leidenschaft für die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst und gründete das ScienceArt:Collective als einen Raum, der Wissenschaftler und Künstler weltweit miteinander verbindet.